Wien

Während man schon in der Bibel auf der Suche nach dem Land war, in dem Milch und Honig fließen, kommt mir ein Land, in dem Schnitzel fliegen und Kaffee fließt, schon deutlich näher. Und so zog es mich –als bekennende Schnitzelliebhaberin- nach Wien, in die Stadt, in der sozusagen die Wiege des Wiener Schnitzels steht.

Aber Kaffee? Den sollte man in Wien niemals bestellen und schon gar nicht mit der Betonung auf der ersten Silbe. Denn spätestens dann outet man sich als ignoranter Tourist. In Wien trinkt man keinen Kaffee, sondern Braunen, Schwarzen, Kapuziner, Melange, Einspänner oder eine andere der angeblich 48 verschiedenen Kaffeesorten. Und man trinkt diesen nicht mit Sahne, sondern mit Schlagobers.

Der Wettergott war uns wohlgesonnen und beglückte uns während der gesamten Zeit mit überwiegend blauem Himmel und etwa 25°. Den vorgeschlagenen Routen des Reiseführers folgend, wurden immer wieder Pausen in diversen Traditionskaffees eingelegt und so verbrachten wir sehr schöne und erholsame Tage in der Hauptstadt Österreichs.

Wien ist nicht nur Hauptstadt, sondern auch eines der neun Bundesländer der Republik Österreich. Es ist Sitz des Bundespräsidenten, der Bundesregierung, der obersten Organe der Bundesverwaltung und der Landesregierung von Wien, zudem der obersten Gerichtshöfe und eines katholischen Erzbischofs.

Seinen Namen verdankt die Stadt einem kleinen Fluss. Die 34 km lange Wien entspringt im westlichen Wienerwald bei Rekawinkel und mündet östlich des Wiener Stadtzentrums, bei der Urania, in den Donaukanal. Bekanntester Fluss der Metropole ist jedoch die vielbesungene „blaue“ Donau.

Die wichtigsten Bereiche der Wiener Wirtschaft sind Handel und Dienstleistungen, hier ist fast die Hälfte aller Beschäftigten tätig. Die Fremdenverkehrsstatistik verzeichnete in den letzten Jahren mehr als 8 Millionen Gästeübernachtungen pro Jahr, davon über 6 Millionen von ausländischen Touristen.

Das Wienerische ist die in Wien gesprochene Stadtmundart und zählt offiziell zum ostmittelbayrischen Dialekt. Seine Eigenheiten liegen vor allem im Bereich des Wortschatzes. Es ist aber auch Böhmisch, Jiddisch, Französisch und a bissl Deutsch. Wienerisch ist und bleibt eine Mischung aus Charme, Mythos und der berühmten Schmäh.

Prater

Eines der bekanntesten Wahrzeichen Wiens ist der Prater, ein Riesenrad, das 1897 anlässlich des 50. Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. von dem Engländer Walter Basset errichtet wurde. Mit einem Durchmesser von 60 Metern lässt das Rad seine 15 Waggons innerhalb von zehn Minuten eine Runde drehen. Zwei Gondeln werden als Luxuswaggons geführt und sind für Partys zu mieten. An wie in einem Speisewagen weiß gedeckten Tischen, kann man für 260 Euro (ohne Verpflegung) für eine Stunde im Kreis fahren.

Bis 1945 hingen 30 Waggons an dem Rad und der Prater war eines der ersten Wahrzeichen, die nach dem Krieg wieder aufgebaut wurden.

Berühmt wurde das Riesenrad durch den Film „Der dritte Mann“, der 1947 hier gedreht wurde.

Prater

Stephansdom

Der Stephansdom (eigentlich: Domkirche St. Stephan zu Wien) am Wiener Stephansplatz ist seit 1365 Domkirche, seit 1469/1479 Kathedrale (Bischofssitz) und seit 1723 Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien. Der von den Wienern auch kurz Steffl genannte römisch-katholische Dom gilt als Wahrzeichen Wiens und wird häufig auch als österreichisches Nationalheiligtum bezeichnet. Namensgeber ist der Heilige Stephanus, der als erster christlicher Märtyrer gilt.

Das Bauwerk ist 107 Meter lang und 34 Meter breit. Der Dom ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke in Österreich.

An jedem Wochentag werden sieben, an jedem Sonntag zehn Gottesdienste gefeiert. Das Gotteshaus ist eine ständige Baustelle. Regen, Frost, Moose, Flechten, aber auch Taubenkot schädigen die Bausubstanz massiv und so sind ständig Restaurierungen und Konservierungen notwendig. Jährlich werden etwa 2,2 Millionen Euro für die Instandhaltungsarbeiten benötigt.

Die Pummerin (eine seit 1957 im Nordturm des Doms hängende Glocke) läutet nur zu besonderen Anlässen: Sie erklingt zum Tod und zur Inthronisation des Papstes, wie auch des Erzbischofs von Wien. Sie läutet zu Allerseelen für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und bei allen hohen Feste des Kirchenjahres: die Osternacht, Pfingsten, Fronleichnam, Maria Himmelfahrt, den Hl. Abend, den Stephanitag und Jahreswechsel.

Die Glocke wurde 1951 gegossen und ist mit 21.383 kg und 314 cm Durchmesser die größte Österreichs, die drittgrößte in West- und Mitteleuropa und weltweit die zweitgrößte freischwingend läutbare Glocke in einem Kirchturm.

Was einem am Stephansdom zuerst ins Auge fällt, ist das ungewöhnliche Dach. Es erhebt sich 37,5 Meter über dem Langhaus und 25,3 Meter über dem Chor mit einer Länge von 110 Meter. Es ist mit rund 230.000 Dachziegeln bedeckt, die in einem Zickzackmuster arrangiert sind und in insgesamt zehn Farbtönen von den Ziegelbrennereien in Poštorná (Tschechien) hergestellt wurden.

Stephansdom

Haas-Haus

Direkt gegenüber dem Stephansdom findet man das Haas-Haus mit seiner verspiegelten Fassade. Als 1985 dieses moderne Gebäude von dem Stararchitekten Hans Hollein entworfen und bis 1990 nach dessen Plänen gebaut wurde, brachen wahre Empörungsstürme aus. Heute haben sich die Wiener scheinbar mit dem Anblick arrangiert.

Haas-Haus

Karlskirche

Während der großen Pestepedemie versprach Maria Theresias Vater, Kaiser Karl VI. im Jahr 1713, den Bau eines Gotteshauses. Er wollte sie seinem Namenspatron Karl Borromäus widmen, der auch als Pestheiliger gilt. Unter der Regie von Johann Bernhard Fischer von Erlach und dessen Sohn Joseph Emanuel arbeiteten von 1716 bis 1739 die anerkanntesten Bildhauer Wiens an der Kirche. Das Ergebnis ist ein Mix aus barocken und klassischen Elementen: griechischer Portikus, orientalische Glockentürme und Triumphsäulen, die der Trajansäule in Rom nachempfunden wurden. Der tempelartige Portalbereich ist von Säulen gestützt.

Die Baukosten waren enorm und wurden von sämtlichen Kronländern, aber auch Spanien, dem Herzogtum Mailand und den Niederlanden getragen. Auch die Stadt Hamburg wurde beteiligt. Ihr waren wegen der mutwilligen Zerstörung der österreichischen Gesandtschaftskapelle in der Hansestadt, Strafgelder auferlegt worden.

Karlskirche

Karlsplatz

Der Karlsplatz ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt Wiens. Hier kreuzen sich wichtige Straßenbahn- und U-Bahn-Linien der Wiener Innenstadt. Beim Bau der U-Bahn erfuhr der Platz eine grundlegende Neugestaltung, wobei die ausgefallenen Stadtbahn-Stationsgebäude im Jugendstil von Otto Wagner wieder errichtet wurden.

Einer der 1901 mit Marmor und Goldauflage kostbar ausgestatteten Pavillions dient heute als Zugang zur U-Bahn sowie kleine Wechselausstellungen des Historischen Museums der Stadt Wien, der andere als Café, das während der Sommermonate ein beliebter Treffpunkt ist.

Karlsplatz

Nach so viel Kultur sollte man sich nun auch einmal über die leiblichen Genüsse dieser schönen Stadt kümmern. Kurioserweise stammt so gut wie kein Gericht der sogenannten „Wiener Küche“ tatsächlich aus Wien. Was in den Töpfen und Pfannen der Donaumetropole köchelt und brät, ist das Erbe der Monarchie und entsprechend facettenreich zeigt sich die Speisekarte.

Das Gulasch kommt aus Ungarn, die Knödel aus Böhmen und das Wiener Schnitzel aus Byzanz, Venedig und Mailand. Die k.u.k. Zeit (kaiserlich und königlich) ist auch heute noch präsent und so findet man in fast jedem Lokal Kaiserfleich, Kaiserschmarrn, Kronprinz-Rudolf-Schnitte oder Esterházy-Rostbraten im Angebot.

Ein Muss für Schnitzelfans

Ein Muss für Freunde des Wiener Schnitzels ist ohne Zweifel der Besuch des Traditionslokals „Figlmüller“. Nur mit Glück bekommt man hier ohne Reservierung einen Tisch, oft stehen abends meterlange Schlangen vor der Tür. Und so werden hier täglich etwa 500 riesige Schnitzel gebraten. Damit diese alle schön dünn und gleichmäßig groß werden, sind beim Figlmüller noch echte Schnitzelklopfer angestellt – vermutlich die letzten ihres Berufsstandes auf der ganzen Welt.

Seit 1905 besteht der renommierte Familienbetrieb, inzwischen in der vierten Generation. Mit dem Slogan „Der Horizont beginnt, wo unser Schnitzel endet“, wirbt Figlmüller, dessen Schnitzel ein bisschen größer, ein bisschen dünner und ein bisschen knuspriger sind, als all die anderen. Und vermutlich sind sie deswegen auch ein bisschen beliebter.

Augustinerkirche

Die gotische römisch-katholische Pfarrkirche im Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt ist heute Teil des Albertina-Traktes der Wiener Hofburg. Hinter dem eher unscheinbaren Eingang verbirgt sich ein beeindruckender dreischiffiger Innenraum von 43 Metern Länge und 10 Metern Breite. Auf der rechten Seite befindet sich das Grabmal der Erzherzogin Marie-Christine (1742-1798). Die flache Pyramidengrabstätte besteht aus feinstem Carrara-Marmor und ist 5 Meter hoch. Man sagt, der reiche Herzog Albert habe die hohe Summe für den Bau der Gedenkstätte nicht aufbringen können und deshalb Ratenzahlungen vereinbart.

Marmorgrabmal in der Augustinerkirche

Graben

Der Graben ist eine der berühmtesten Straßen und eine der exklusivsten Prunkzeilen in der Wiener Innenstadt. Die „Pestsäule“ bietet den kitschigen Mittelpunkt des Platzes.

1679 wütete in Wien eine der letzten großen Pestepidemien. Auf der Flucht aus der Stadt gelobte Kaiser Leopold I.die Errichtung einer Gnadensäule bei Beendigung der Epidemie. Noch im selben Jahr wurde eine provisorische Holzsäule von Johann Frühwirth eingeweiht.

Die heutige Säule aus weißem Marmor, mit einer Höhe von 18 Metern, wurde am 29. Oktober 1693 eingeweiht, ihre Fertigstellung erfolgte allerdings erst ein Jahr später.

Pestsäule

Loos-Haus

Bei einem Ideenwettbewerb für ein neues Geschäftsgebäude des Schneiderunternehmens Goldmann & Salatsch erhielt der Architekt Adolf Loos den Auftrag, die Fassade neu zu gestalten. Als Loos im Juli 1910 mit dem Bau begann, waren die Wiener entsetzt über die -getreu dem Loos´schen Motte „Ornament ist Verbrechen“- schlichte Fassade, die auf jegliche Verzierungen verzichtete. Es wurde sogar ein vorläufiger Baustopp verhängt, der 1912 unter der Bedingung aufgehoben wurde, dass Loos unter den Fenstern Bronzeblumenkästen anbringen müsse.

Die schmucklose Front des Loos-Hauses soll Kaiser Franz Joseph so verärgert haben, dass er den Eingang am Michaelerplatz jahrelang nicht benutzte. Die Kritiker beschimpften den Bau wegen des vollständigen Verzichtes auf Schnörkel und Stuck als „Haus ohne Augenbrauen“.

Noch heute bietet das Loos-Haus zu den verzierten Fronten der gegenüber liegenden Hofburg einen interessanten Kontrast.

Loos-Haus

Café Central

Das Café Central gilt als das berühmteste Café Wiens. Eröffnet wurde es im Jahre 1868 im Palais Ferstel im 1. Wiener Gemeindebezirk.

Das Café Central entwickelte sich zum geistigen Zentrum, 250 Zeitungen in 22 Sprachen und Nachschlagewerke wurden hier angeboten. Gern brüstet man sich mit den vielen prominenten Gästen, die den Weg in das berühmte Café fanden.

Der österreichische Schriftsteller Peter Altenberg sitzt noch heute als Pappmachee-Figur in seinem Stammcafé. Wenn der 1919 verstorbene Stammgast nach seiner Adresse gefragt wurde, antwortete er stets: Wien I, Herrengasse, Café Central (wirklich gewohnt hat er im Graben Hotel). Böse Zungen behaupteten: „Wenn der Altenberg nicht im Kaffeehaus ist, ist er am Weg dorthin“.

Judenplatz

Das Holocaustdenkmal der britischen Künstlerin Rachel Whitereads von 1999 erinnert an die Ermordung der 65.000 Juden durch die Nationalsozialisten.

Das Mahnmal mit einer Grundfläche von 7 x 10 Metern und einer Höhe von 3,8 Metern, besteht aus Stahlbeton. Die Außenflächen des Kubus bieten den Anblick von nach außen gewendeten Büchern.

Holocaustdenkmal

Der Künstler hat die Regale mit endlos vielen Ausgaben ein und desselben Buches bestückt, um die große Zahl der Opfer und ihre Lebensgeschichte zu symbolisieren.  Die Bücher stehen verkehrt herum in dem „Regal“, womit verdeutlicht werden soll, dass die Opfer keines natürlichen Todes gestorben sind. Ihr „Buch des Lebens“ wurde vorzeitig geschlossen. Der Inhalt der Bücher bleibt verborgen. Die Flügeltüren, welche die Möglichkeit eines Kommens und Gehens andeuten, sind geschlossen, fehlende Türklinken erklären den Zustand des Unabänderlichen.

Zur Enthüllung des Mahnmals sagte Wiesenthal, der 90-jährige Gründer des Jüdischen Dokumentationszentrums in Wien, man habe der Skulptur vorgeworfen, sie sei „nicht schön“. Sie dürfe aber nicht schön sein: Ein Mahnmal wie dieses „muss weh tun“.

Naschmarkt

Der heutige Naschmarkt befand sich früher außerhalb des Ringwalls und hieß ursprünglich „Am Aschenmarkt“. Hier befand sich eine Aschenlagerstätte, auf der Holzasche zum Reinigen von Geschirr verkauft wurde.

Unter Altwienern war die Aussprache „Oschnmoakd“ bis etwa 1945 üblich. Im Laufe der Jahre wurde „Am Aschenmarkt“ zum „Maschenmarkt“ und schließlich zum „Naschmarkt“ verballhornt. Im Zuge der Neugestaltung des Karlsplatzes zog der Markt 1919 um und befindet sich seitdem an der Wienzeile auf der Überdachung des Wienflusses.

Heute findet man auf dem Naschmarkt alles- außer Holzasche.

Naschmarkt

Nationalbibliothek

Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) in Wienist die zentrale wissenschaftliche Bibliothek in Österreichund gleichzeitig eine der bedeutendsten Bibliotheken der Welt.

Der von 1723-1726 unter Karl VI. errichtete, damals freistehende hochbarocke Prunkbau wurde 1992 bei einem Großbrand schwer beschädigt und nach seinem Wiederaufbau mit der Hofburg verbunden.

Nationalbibliothek

Als Nationalbibliothek sammelt sie unter anderem die Pflichtexemplarealler in Österreich verlegten Druckwerke. Darunter sind auch alle von den österreichischen Universitäten approbierten Dissertationen. Der Schwerpunkt liegt der Sammlung liegt heute im geisteswissenschaftlichen Bereich. Der Gesamtbestand umfasst heute etwa 3 Millionen Druckschriften.

Vater und Sohn Fischer von Erlach schufen einen der glanzvollsten Räume des Hochbarock. Den 76 Meter langen, 14 Meter breiten und mit 20 Metern Höhe über zwei Geschosse reichenden Saal krönt eine mächtige Kuppel mit Deckenfresken zum Ruhm Karls VI.

Im Mittelpunkt des Prunksaales stehen die kostbaren 15.000 goldgepressten Bände er ehemaligen Bibliothek des Prinzen Eugen von Savoyen. Außerdem sind hier vier Globen aus dem 17. Jahrhundert zu sehen.

Staatsoper

Die Wiener Staatsoper gehört zu den größten und prächtigsten Musiktheatern der Welt. Der mächtige Renaissancebau entstand in den Jahren 1861-1869 nach Plänen von August von Siccardsburg und Eduard van der Nüll. Das neue Hofoperntheater wurde mit Mozarts „Don Giovanni“ eröffnet. Die beiden Architekten erlebten diesen Tag nicht mehr. Die Kritik und der Spott der Wiener, die das Gebäude als „stillos“ abqualifizierten, trieb van Nell in den Selbstmord. Sein Kollege starb nur 2 Monate nach ihm an einem Schlaganfall.

Nach Franz Schalk, dem ersten Operndirektor haben mehr als 30 Direktoren unter ihnen Gustav Mahler, Richard Strauss, Herbert von Karajan, Egon Hilbert und Karl Böhm an der Wiener Oper inszeniert. Alle waren mehr oder weniger Zielscheibe feuilletonistischer Schmähungen, aber auch gelegentlichen Verehrungen.

Heute steht an 300 Abenden im Jahr täglich eine andere Oper oder ein anderes Ballett auf dem Programm und der jährlich stattfindende Opernball gehört zu den berühmtesten und elegantesten Bällen der ganzen Welt.

Staatsoper

Schloss Schönbrunn

Die ehemalige Sommerresidenz der Habsburger wurde ursprünglich als Jagdschloss erbaut und im 17. Jahrhundert nach einer Quelle, dem „Schönen Brunnen“, benannt. Nach der Zerstörung durch die Türken 1683 entwarf Barockarchitekt Fischer von Erlach einen Neubau nach dem Vorbild von Versailles.

Schönbrunn war Maria Theresias Lieblingssitz und so ließ sie es von 1744-1749 vom Jagdschloss zum Wohnschloss umbauen. Schließlich erfolgte die kostbare Ausstattung mehrerer Räume im Rokoko-Stil. Schönbrunn zählt insgesamt 1441 Räume und Säle, darunter auch der berühmte Spiegelsaal, in dem schon der sechsjährige Mozart ein Konzert gab.

Nach schweren Bombenschäden im 2. Weltkrieg wurde das Schloss aufwändig renoviert. Heute wird es für Staatsempfänge genutzt und dient als Heimstätte verschiedener Museen und Theater. Von den zahlreichen Gemächern können 40 repräsentative Schauräume besichtigt werden.

Im Dezember 1996 wurde Schloss Schönbrunn in das Verzeichnis des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Schloss Schönbrunn

Der Neptunbrunnen bildet die südliche Begrenzung des Gartenparterres. Der Entwurf der aus Ziegeln gemauerten, aber mit Kaiserstein(ein besonders dichter und widerstandsfähiger Kalkstein) verkleideten Anlage stammt von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg. Die Herstellung der Skulpturen aus weißem Sterzinger Marmorwurde 1780 dem Hofbildhauer Johann Christian Wilhelm Beyerübertragen und in seinem Atelier ausgeführt. Die Steinskulturen wurden nach Motiven der griechischen Mythologie angefertigt.

Neptunbrunnen

Serpentinenwege führen hinter dem Neptunbrunnen den Hügel hinauf zur klassizistischen Säulenhalle der Gloriette, die J. F. Hetzendorf 1775 als krönenden Abschluss der Parkanlage aufstellen ließ. In dem ehemaligen Sommerspeisezimmer des Kaisers befindet sich heute ein Café.

Auf dem Hügel: die Gloriette

Hofburg

Auch heute noch ist die Hofburg Amtssitz des österreichischen Staatsoberhauptes: Der Bundespräsident amtiert und repräsentiert in denselben Prunkräumen wie Maria Theresia und Joseph II. Der aus 18 Gebäuden bestehende Komplex blickt auf eine 700-jährige Baugeschichte zurück.

Hofburg

Die kaiserliche Burg in der Inneren Stadt war mehr als sechs Jahrhunderte Residenz der Herrscher Österreichs, von hier aus regierten die Habsburger ihren Vielvölkerstaat, dessen Existenz 1918 mit Ende des Ersten Weltkrieges erlosch. Bis 1806 hatte sich hier für zweieinhalb Jahrhunderte der Sitz der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches befunden. Seit dem Mittelalter ließen fast alle österreichischen Herrscher Zu- oder Umbauten durchführen. So weist die Hofburg Bauteile aus der Gotik, Renaissance, dem Barock, Rokoko, Klassizismus und der Gründerzeit auf.

Der Gesamtkomplex umfasst mit Plätzen und Gärten ein Areal von 240.000 m². Die „Stadt in der Stadt“ verfügt über 18 Trakte, 54 Stiegen, 19 Höfe und 2.600 Räume, in denen rund 5.000 Menschen beschäftigt sind. Bei dem verheerenden Großbrand, der 1992 einen ganzen Trakt des ehemaligen Kaiserpalastes erfasste, wurde der große historische Redoutensaal (barocker Festsaal) aus dem 18. Jahrhundert, bis auf die Außenfassade zerstört. Die Fresken im Lesesaal der Nationalbibliothek wurden teilweise durch Löscharbeiten beschädigt und auch die Spanische Hofreitschule war in Mitleidenschaft gezogen.

Verschiedene Bereiche der Hofburg sind als Museen der Öffentlichkeit zugänglich. Sie stehen jedoch nicht alle unter der gleichen Verwaltung. Unter anderem sind hier die Schatzkammer, das Sisi-Museum, die Silberkammer, die Spanische Reitschule, die Österreichische Nationalbibliothek und die Waffensammlung beheimatet.

Hofburg

Das Hundertwasserhaus

Das Hundertwasserhaus in der Kegelgasse des 3. Gemeindebezirks, ist eine Wohnanlage der Stadt Wien, die von 1983 bis 1986 erbaut wurde. In dem Haus befinden sich 52 Wohnungen und 4 Geschäftslokale, 16 private und 3 gemeinschaftliche Dachterrassen. Begrünt wurde die Anlage mit 250 Bäumen und Sträuchern.

Hundertwasserhaus

Den ökologischen Prinzipien des Künstlers folgend, wurde für den Komplex nur Ziegelstein und Holz, aber keinerlei Kunststoff verwendet.
Unmittelbar nach Auftragserteilung arbeitete Architekt Krawina ein erstes Konzept des geplanten Hauses aus – allein und zunächst ohne Mitwirkung Hundertwassers. Einen ersten Entwurf und ein Modell erstellte der Architekt im August 1979.

Bis Mitte Februar 1980 waren der grundlegend überarbeiteten Entwurf, mehrere Pläne, Arbeitsmodellphotos, Skizzen der Fassaden, einer Baubeschreibung und mehrere Schaubilder fertiggestellt. Diese zeigten die Grundstruktur des gegenständlichen Hauses bereits so, wie sie später auch tatsächlich ausgeführt wurde.
Als die Planung quasi abgeschlossen war, entstanden jedoch zwischen Hundertwasser und Architekt Krawina bezüglich der Ausgestaltung der Fassade des „Ökohauses“ Differenzen. Da sich Krawina mit der aus seiner Sicht rein ornamentalen und „verspielten“ Fassadengestaltung nach den Vorstellungen von Hundertwasser nicht identifizieren wollte, zog er sich schließlich komplett zurück.

Das Projekt wurde von Hundertwasser weitergeführt, wobei jedoch die von Architekt Krawina erarbeiteten Entwürfe, Pläne, Zeichnungen und Modelle weiterhin als Grundlage dienten und architektonisch nur geringfügig bearbeitet wurden. Verändert beziehungsweise weiterentwickelt wurden aber die Fassade beziehungsweise deren „ornamentale“ Ausschmückung sowie die vorgesehenen Türme, indem die von Krawina vorgeschlagenen Kuben durch „Zwiebeltürme“ ersetzt wurden. Hundertwasser hat die Schaffung der künstlerisch-architektonischen Grundstruktur durch den Architekten zunächst – bis zum Bruch mit diesem – auch nicht bestritten. Danach hat Hundertwasser allerdings die Urheberschaft des gesamten Bauwerkes für sich in Anspruch genommen. Den Namen „Hundertwasserhaus“ trägt das Objekt daher nicht zu recht.

Nun heißt es Abschied nehmen von Wien, dem Schlaraffenland für Kaffeetrinker. Öhm…. falsch…. hier trinkt man ja Melange….


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