Gardasee

Einer Sage zufolge verdanken wir den schönen Gardasee dem Wassergott Benacus und der Bergnymphe Engadina. Auf der Suche nach seiner großen Liebe verließ der junge Wassergott sein Meer und zog durch die Welt. Als er die malerische Bergwelt des Monte Baldo passierte, traf er auf die wunderschöne Bergnymphe Engadina, in die er sich beim Anblick ihres tiefblauen Haares unsterblich verliebte. Auch sie war ihm zugetan und so nahm er sie mit. Schnell stellte die junge Nymphe fest, dass sie ihren kleinen Bergsee vermisst und so versprach ihr Geliebter, ihr ein viel größeres und schöneres Gewässer zu schaffen.

Mit seinem Dreizack schlug er in den Felsen. Diesem entsprangen riesige Fluten, die sich in der Schlucht zu einem großen See aufstauten. Überglücklich stürzte sich Engadina in die Fluten und das Blau ihrer Haare färbte den See. Als die beiden Verliebten Eltern wurden, nannten sie ihren Sohn Garda, dem dann auch schließlich der See seinen Namen verdankte.

Für die weniger Romantischen gibt es die Erklärung, dass sich während der Eiszeit zwei Gletscher in Richtung Süden schoben. Durch den Druck der gewaltigen Eismassen wurde das Gardaseetal in das harte Gestein geschürft und die Klimaerwärmung am Ende der Eiszeit sorgte dafür, dass sich in dieser Schlucht das Schmelzwasser aufstaute.

Der Gardasee ist der größte Binnensee Italiens und liegt 65 Meter über dem Meeresspiegel. Drei Regionen grenzen an die Ufer des Sees: Im Norden Trentino mit der Hauptstadt Trento (deutsch Trient), an der Ostküste das Veneto mit der Hauptstadt Verona und im Süden und Westen die Lombardei mit Brescia als Hauptstadt.

Der Lago di Garda, wie er in Italien genannt wird, ist 51,5 km lang, maximal 346 m tief und erstreckt sich über eine Wasserfläche von 370 km². Bei einer Umrundung kommt man auf 162 km.
Der Norden des Sees ist von hohen Bergen eingerahmt und wirkt eher wie eine Alpenlandschaft. Je weiter man in den Süden kommt, umso mediterraner wird die Gegend. Es wird flacher und sanfte Hügel mit Weinstöcken, Olivenbäumen, Palmen, Oleander und Jasmin bestimmen das Bild. Hier streckt sich der See über eine Breite von 17 km, wogegen der zerklüftete, felsige Norden nur auf 3 km kommt.

Die abwechslungsreiche Landschaft und das angenehme Klima haben schon lange vor unserer Zeit Johann Wolfgang von Goethe begeistert. Er besuchte den Gardasee während seiner Italienreise zwischen 1786 und 1788. Noch viele Jahre später, nämlich 1829 schilderte er seine Gedanken, die er während seines Aufenthaltes in Torbole hatte, in einem Tagebuch folgendermaßen:

„Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich, dass sie sich der Aussicht freuen könnten, die vor mir liegt“.

Heute muss man sich niemanden herbeiwünschen, da der Gardasee als beliebtes Urlaubsziel von etwa 5 Millionen Touristen jährlich besucht wird.

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VERONA

Nur 20 km vom südlichen Gardasee entfernt liegt Verona, die Hauptstadt Venetos. Schon im 1. Jh. v. Chr. als Hauptstadt der römischen Provinz Gallia Cisalpina, war sie ein wichtiges Handelszentrum. Im 13. und 14. Jh. herrschte hier die adelige Familie Scaliger, die mit harter Hand regierte, aber auch Wirtschaft und Kultur zum Blühen brachte.
So wie Rom die Tiberschleife hat, hat sich Verona in die Etschschleife gekuschelt und wenn man diesen Anblick von den Erhöhungen der Stadt genießt weiß man, warum man sie „die Schöne an der Etsch“ nennt.
Der zentrale Platz und wohl beliebteste Treffpunkt Veronas ist die Piazza Bra mit der altrömischen Arena. Sie wurde im 1. Jh. n. Chr. unter Antonius gebaut und war einst Schauplatz blutiger Gladiatorenkämpfe. Nach dem Kolosseum in Rom, das etwa zeitgleich entstand, ist die Arena in Verona mit 138 m Länge und 110 m Breite das zweitgrößte Amphitheater Italiens. Das Innere der Arena besteht aus 45 Sitzreihen mit etwa 22.000 Plätzen. Im Sommer finden in der Arena die berühmten Opernfestspiele statt.

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Der malerische Mittelpunkt der Altstadt liegt an der Stelle des einstigen römischen Forums -der Piazza delle Erbe. Hier spielte sich das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben ab. Heute findet hier jeden Vormittag ein Markt statt.

Mitten auf dem Platz ist der „Capitello“, ein Marmorbaldachin auf vier Säulen. Er stammt aus dem 16. Jahrhundert und verschuf durch seine Erhöhung der Marktaufsicht einen guten Blick über den Platz. Wer sich etwas zuschulden kommen ließ, wurde hier angekettet und dem Spott der Bevölkerung ausgesetzt. Ferner wurden hier die Ratsherren und Bürgermeister gewählt und neue Gesetze und Verordnungen bekannt gegeben.

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An dem Durchgang Arco della Costa, der den Piazza delle Erbe vom Piazza dei Signori trennt, baumelt in luftiger Höhe eine Walrippe. Einer Legende nach soll sie auf den ersten gerechten Menschen fallen, der unter dem Bogen hindurchgeht. Obwohl in den Jahrhunderten bereits Päpste, unzählige Politiker und Richter den Durchgang passierten, hält sich die Rippe hartnäckig.

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Überlebt man den Durchgang unter der Walrippe, gelangt man über die Piazza dei Signori zu der Kirche Santa Maria Antica. Hier befinden sich einige Skaliger-Gräber, die zu den schönsten Monumenten der veronesischen Gotik gehören sollen. Über dem Portal der Kirche ist das Grab von Cangrande I. della Scala (verst. 1329) zu sehen. Er war Stadtherr von Verona und stammte aus der Familie der Scaliger. Wegen seiner ausgeprägten Grausamkeit galt er als Prototyp eines Renaissance-Herrschers. Sein Grabmal wurde Vorbild für andere Skaligergräber. Es zeigt ihn ein Mal auf dem Sarkophag und einmal lebend, hoch zu Ross. Bei dieser Statue handelt es sich allerdings um eine Nachbildung, das Original befindet sich im Museum Castelvecchio.

Die Familie der Scaliger herrschte und tyrannisierte die Bewohner Veronas über 100 Jahre lang. Viel Gutes gibt es wohl nicht über sie zu berichten. Bezeichnend war, dass die Familienmitglieder überwiegend Hundenamen trugen. So finden wir auf dem kleinen Privatfriedhof Gräber des Mastino II (Dogge), des Cansignorio (Leithund) und des Cangrande (Großer Hund).

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„Wenn du jemanden liebst, bringe ihn nach Verona“, lautet ein Werbeslogan der Stadt und so trägt die „Schöne an der Etsch“ auch den Beinamen „Stadt der Liebenden“.
Dazu muss man wissen, dass in Verona sozusagen die Wiege der romantischen Shakespeare-Tragödie Romeo und Julia steht.
Und so zieht es Scharen von Touristen in den Hinterhof der Via Capello 23. Hier, so sagt man, habe Julia gelebt und auf dem Balkon, unter dem sich die Besucher sammeln, soll sie auf ihren Romeo gewartet haben.
Unter dem wohl bekanntesten Balkon der Literaturgeschichte wird Romantik groß geschrieben. Hier treffen sich mehr oder weniger glücklich Verliebte, diejenigen, die sich danach sehnen, glücklich verliebt zu sein, andere, die die große Liebe gerade verloren haben oder so unromantische Stoffel wie wir, die sich einfach nur dieses muntere Treiben anschauen wollen. Dass wir bei unserem Besuch Zeugen eines Live-Heiratsantrages werden durften, fand ich –zugegeben- doch ein wenig romantisch. Aber nur ein bisschen.

Die etwa 3 Millionen Touristen, die jährlich hierhin pilgern, hinterlassen ihre Spuren. Unzählige Besucher betatschen die rechte Brust der Julia-Statue, das soll Glück in der Liebe bringen und in dem Durchgang zum Hof werden täglich Hunderte von Liebesbotschaften hinterlassen, oft mit so eindringlichen Texten wie „I love you“ oder „Ti amo“. Mangels Alternative werden diese Nachrichten oft mittels eines Kaugummis an die Wände geklebt. Zwei Mal im Jahr wird die Wand neu getüncht, werden die Kaugummis entfernt, um Platz für neue Botschaften zu schaffen.

Viele schicken auch Briefe an Julia, schildern ihren Liebeskummer und bitten um Rat und Hilfe. Seit 1975 existiert der „Club di Giulietta“ und inzwischen sind 15 ehrenamtliche Sekretärinnen damit beschäftigt, die Briefe zu beantworten, das Porto zahlt die Stadt Verona. Etwa 5000 Briefe und 2000 Emails erreichen die Stellvertreter Julias jährlich.

Und nun müssen die passionierten Romantiker ganz stark sein… Denn nicht nur die Tragödie, sondern auch die Geschichte um das Haus „Casa dei Guilietta“ ist frei erfunden. Dieses Gebäude, das in jedem Reiseführer erwähnt wird, war noch vor hundert Jahren ein Stall und weder eine reiche Veroneser Familie, noch Julia haben hier jemals gelebt. Den berühmten Balkon gab es damals nicht. Etwa 1930 hatten die Veroneser es satt, ständig zu erklären, dass es sich bei dem Balkon um eine Erfindung handelt. Und so kam man zu dem pragmatischen Entschluss, einfach einen zu bauen. Der sollte natürlich schon was hergeben und so wurde kurzerhand ein alter Sarkophag an die Fassade gezimmert. Schon war das Szenario um Julia perfekt und die Touristen strömten begeistert herbei.

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Am Rande Veronas, an den Ufern der Etsch, wurde 1354 unter dem tyrannischen Cangrande II. das Backstein-Kastell der Skaliger gebaut. Eine mit Zinnen bestückte Außenmauer umschließt die Festung und seine sechs Türme. Ein zusätzlicher Burggraben schützte das Kastell jedoch nicht vor Feinden von außen, sondern gegen die eigene aufbegehrende Stadtbevölkerung, die in der 2. Hälfte des 14. Jh. das despotische Regime der Scaligri nicht mehr ertragen wollte. Der eindrucksvolle 120 Meter lange Ponte Scaligero sorgte dafür, dass die Skaliger jederzeit die Kontrolle über den wichtigen Etsch-Übergang hatten, aber auch umgehend die Flucht ergreifen konnten.
Letztendlich wurde die Festung dann aber doch eingenommen, als die Mailänder Visconti der Herrschaft der Skaliger ein Ende setzten.
Bis zur Restaurierung im Jahr 1923 nutzten Venezianer, Franzosen und Österreicher das Kastell, bevor es 1925 seine heutige Bestimmung als Museum fand. Hier befindet sich eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Europas.

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Man sagt, wer nicht in Sirmione war, sei nicht am Gardasee gewesen und meiner Meinung nach trägt die malerische Stadt den Namen „Das Juwel am Gardasee“ zu Recht. Und so wurde Sirmione eine der meistbesuchten Orte. Während hier nur etwa 8.300 Einwohner leben, überfluten in der Hauptsaison bis zu zehntausend Besucher täglich die Altstadt. Diese ist aber auch wirklich sehenswert!

Sirmione liegt an der Spitze einer nadelförmigen Halbinsel, die wie ein Keil 4 km weit in den See hineinreicht. Dominierend im Stadtbild ist eine der schönsten Wasserburgen Europas. Nur über eine Zugbrücke gelangt man noch heute über die gewaltigen Wassergräben in die Altstadt.
Die Geschichte der Halbinsel lässt sich bis weit in die Zeit vor Christus zurückverfolgen. Zu Zeiten der Römer wurde Sirmione ein gefragter Ferienort für Wohlhabende, die auf den Hügeln ihre Ferienhäuser bauen ließen.

Nach dem Fall des Römischen Reiches wurde der Ort von Barbaren überfallen, kam später unter die Obhut der Langobarden, danach nisteten sich die Scaliger ein. Im 13. Jahrhundert erbauten sie hier die mächtige Wehrburg mit den typischen Schwalbenschwanzzinnen. Sie war nicht nur zur Verteidigung gedacht, sondern sollte auch die Macht der Scaliger demonstrieren.

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k-k-CIMG4730Die kleine Stadt Lazise mit nur etwa 7.000 Einwohnern liegt am Südost-Ufer des Gardasees und gehört zur Provinz Verona. Der Name wurde von „Lacese“ abgeleitet, was so viel bedeutet wie „Ortschaft am See“.

Lazise ist einer der ältesten Orte am Gardasee und die 1370 errichtete Burgmauer ist heute noch vollständig erhalten. Diese Mauer, die sechs Wachtürme, die Wehrgänge und die Skaligerburg verleihen dem Ort seine mittelalterliche Ausstrahlung.
Die Geschichte des Städtchens geht bis in die mittlere Bronzezeit (16.-13. Jh.v.Chr.) zurück. Das Stadtbild, wie es sich heute präsentiert, wurde im 14. Jh. von den Scaligern geprägt.

Während der Ort früher in erster Linie vom Fischfang, Wein- und Olivenanbau lebte, konzentriert sich heute das wirtschaftliche Leben auf den Tourismus.

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Die Kirche San Nicolò stammt aus dem 12. Jahrhundert und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Im Laufe der Zeit wurde sie mal als Lager, mal als Kaserne oder Wohnstätte oder Lichtspieltheater entfremdet. Im Jahr 1953 wurde sie komplett renoviert und seither wieder als Kirche benutzt. Gleichzeitig dient sie auch als Gedenkstätte für Kriegsgefallene.

Im Norden des Gardasees, etwa 6 km nördlich von Riva, liegt das mittelalterliche Städtchen Arco mit seinen 17.000 Einwohnern.

Auf einem 273 Meter hohen Felsberg , der nach Norden sehr steil abfällt, erbaute das Geschlecht der Arco schon 1124 das Castello, das lange Zeit als uneinnehmbar galt. Schon 1495 hat der deutsche Künstler Albrecht Dürer die malerische Burganlage auf einem seiner Gemälde festgehalten.
Und das war gut, denn 1703 wurde die Anlage von den Truppen des französischen Feldherrn Vendôme weitgehend zerstört.
Seit 1982 ist die Burg in Besitz der Gemeinde Arco, die inzwischen auch einige Renovierungen vorgenommen hat.

Der Aufstieg Arcos begann, als Erzherzog Albrecht von Habsburg die südlichste Stadt seines Reiches mit dem milden Klima als Wintersitz wählte. Der großzügig angelegte Palast mitsamt seinem Park lockte immer mehr wohlhabende Bürger und Adelige an. Die Paläste wurden immer pompöser, die Gärten prächtiger. Da, wo sich die Reichen und Wohlhabenden tummeln, musste es einfach gut sein und so entwickelte Arco sich zu einem beliebten Kurort.

Heute ist der Ort vor allem bei Mountainbikern, Wanderern und Kletterern beliebt. Bei der alljährlichen Freeclimbing-Meisterschaft „Rock-Master“ im September finden sich die besten Sportler aus der ganzen Welt ein.

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Ganz in der Nähe unseres Domizils in Bardolino liegt der 4.000-Seelen-Ort Garda. Wegen seiner üppigen, fast mediterranen Vegetation, der langen Seepromenade und des malerischen Hafens ist er ein beliebtes Touristenziel.

Im Laufe der Jahrhunderte ließen sich in Garda viele Adelsfamilien nieder, manche nutzen ihre Villen allerdings nur als Sommerresidenz. Der Ort wird noch heute von den prächtigen Bauten geprägt. Die Hafenpromenade wird jedoch von unzähligen Restaurants, Bars, Eisdielen, Boutiquen und Souvenirläden beherrscht. Hier überwiegt der venezianische Baustil. Wie so oft am Gardasee ist die dem See zugewandte Seite deutlich prachtvoller als die Landseite. Das liegt daran, dass man die Orte früher überwiegend auf dem Seeweg erreichte, weil die Straßen noch nicht so gut ausgebaut waren. Besonders prachtvoll ist die Venezianisch-Gotische Fassade des Palazzo die Capitani am Hafen.

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Zwischen Garda und Torri del Benaco liegt die malerische Landzunge Punta San Vigilio. Sie markiert das Ende des lang gestreckten, fjordartigen Nordteils des Sees. Durch eine schattige Zypressenallee erreicht man die im 16. Jh. gebaute Renaissancevilla. Besitzer der gesamten Halbinsel war damals der vermögende Humanist Graf Agostino di Brenzone, Mitglied einer Patrizierfamilie aus Verona.
Die Villa ist heute noch in Privatbesitz. Sehenswert ist auch der kleine, mit Steinen eingefasste Hafen. An der Nordseite der Landzunge liegt der Parco Baia delle Sirene, ein 30.000 qm großer Park mit Rasen unter alten Olivenbäumen und einem besonders schönen Kiesstrand, von dem aus wir einen grandiosen Sonnenuntergang beobachten konnten.

In einem Brief an seinen Freund Silvano Cattaneo schrieb Brenzone:

„Ich möchte, dass Eure Exzellenz zur Kenntnis nehmen, dass San Vigilio der schönste Ort der Welt ist, und zwar auf folgende Weise: Die ganze Welt besteht aus drei Teilen: Afrika, Asien und Europa. Der schönste Erdteil ist Europa, und davon ist Italien der schönste Teil, von Italien wiederum die Lombardei, und von dieser der Gardasee, und an diesem San Vigilio. Ergo ist San Vigilio der schönste Ort der Welt.“

Über diese Aussage kann man sicher streiten, aber Punta San Vigilio ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde.

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Versteckt und in schwindelnder Höhe über dem Etschtal, inmitten des Gebirges Monte Baldo liegt die Wallfahrtskirche Madonna della Corona. Die Kirche klebt geradezu an der Felswand und liegt auf einer Höhe von 774 Metern. Als hier 1522 eine Marienstatue gefunden wurde, der man Wundertaten andichtete, begann man mit dem Bau des Heiligtums. Seitdem wurde es mehrfach umgestaltet und vergrößert.
Die linke Seite der Kirche wurde direkt in den Fels hineingeschlagen. Direkt über dem Hauptaltar thront eine 70 cm hohe, in Stein gehauene Madonnastatue, die den toten Jesus beweint.

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Der Österreicher Arturo Hruska (1880-1971) war lange Zeit als Zahnarzt des Zaren und anderer Prominenter tätig. Es zog ihn jedoch nach Italien und so eröffnete er in Gardone am westlichen Ufer des Gardasees 1903 eine Ordination und kaufte einen 10.000 m² großen Weingarten. Der Zahnarzt, der auch ein studierter Biologe war, hatte den Traum, auf diesem Gelände die Vegetation aller fünf Kontinente darzustellen.
Der Botaniker bereiste die ganze Welt. Er studierte Bergformationen, sammelte Pflanzen und Samen und durchquerte Lappland zu Fuß. Diese Eindrücke spiegeln sich in seinem Garten wieder. Es wurde ein Alpinum, ein Felsmassiv errichtet, um die Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung wachsen zu lassen. Bäche, Teiche und Pfade wurden angelegt, Pflanzen aus aller Herren Länder wurden in einem experimentellen Weltgarten harmonisch vereint. Und so findet der Besucher Edelweiß neben an Bäumen wachsenden Orchideen, meterhohe Baumfarne neben Granatapfelbäumen. Es gibt Bäche und Wasserfälle, aber auch Teiche mit heiligen Koi-Karpfen und Forellen. Kakteen wachsen in der Nachbarschaft von Efeutürmen und all diese Kompositionen verschaffen dem botanischen Garten eine gewisse Magie.
Der Weltgarten „Giordano Botanico Arturo Hruska“ entwickelte sich ab 1913 bis zum Tod des Mediziners 1971 ständig weiter. Danach versank der Garten in einen 17-jährigen Dornröschenschlaf.

Die prunkvolle venezianische Villa, die Hruska für sich, seine Frau und die 4 Kinder gebaut hatte, war verfallen, das Dach eingestürzt und der Garten verwildert, als André Heller, der österreichische Aktionskünstler, Chansonnier und Dichter das Anwesen zum ersten Mal sah. Dennoch kaufte er das Grundstück im Jahr 1988 und verschaffte dem Garten eine neue Identität. Aus dem „Giordano Botanico Arturo Hruska“ wurde der „Garten Heller“. Indische Skulpturen und eigene Objekte, sowie andere von Roy Lichtenstein, Keith Haring und Mimmo Paladio fanden hier ein neues Zuhause.

Jährlich besuchen etwa 60.000 Touristen diesen zauberhaften Garten, den zu sehen sich wirklich lohnt.

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